Abgeschätzter planetarischer K-Index

Estimated planetary K-Index
© NOAA/SEC

Der Abgeschätzte planetarische K-Index wird quasi-online aus Magnetometer-Daten der vergangenen 3 Stunden aus Kanada und den USA errechnet. Der K-Wert beschreibt die maximale Fluktuation der horizontalen Magnetfeldkomponenten in 3-Stunden-Intervallen und stellt ein Maß für die Auftrittswahrscheinlichkeit von Polarlichtern dar. Die Zuordnung der K-Werte zu den Magnetfeldänderungen ist dabei vom geographischen Breitengrad so abhängig, dass die jeweiligen K-Werte im Schnitt weltweit gleich häufig auftreten.

Eine aktuelle Vorhersage der K-Werte aufgrund von Sonnenwinddaten im Rahmen des Modells von Kirt Costello ist ebenfalls vom SEC verfügbar.

Um in mittleren Breiten Deutschlands Chance auf Polarlichter zu haben, sollte der K-Index auf mindestens 6 ansteigen. Erst ab K=8 ist dann die Wahrscheinlichkeit wirklich groß.

[ Nach oben | Übersicht ]

CARISMA Real Time Auroral Oval
CANOPUS Real Time Auroral Oval
© CSA

Das CARISMA Real Time Auroral Oval der Canadian Space Agency zeigt die aktuelle Position des Polarlichtovals aus Magnetometerdaten; die benutzten Magnetometer liegen entlang einer Linie durch Kanada und sind durch Punkte gekennzeichnet. Die gemessenen lokalen Magnetfeld-Komponenten sind in den Plots links aufgetragen. Der farbige Ring, der die Lage des Ovals kennzeichnet, wird aus dem Minimum und dem Maximum des Fits an die z-Komponente errechnet Da ausschliesslich Magnetometerdaten aus Nordamerika verwendet werden, sind Vorhersagen für Europa nur eingeschränkt brauchbar.

[ Nach oben | Übersicht ]

Energieeintrag in die Atmosphäre

© Solar Terrestrial Dispatch
[ Nach oben | Übersicht ]

Activity Level
Activity-level Nord

Gezeigt ist die Position und die Ausdehnung des Polarlichtovals über dem Nordpol. Der Plot wird aus Messungen des Leistungseintrags während des letzten Überflugs des POES-Satelliten berechnet; der Zeitpunkt des Polüberflugs ist dabei als "Center Time" angegeben. Der Pfeil zeigt in die Richtung des Mittagsmeridians.

Das OVATION-Oval, erzeugt aus Messdaten der DMSP-Satelliten. Man erkennt schön die Verschiebung des Polarlichtovals zur Nachtseite hin.

[ Nach oben | Übersicht ]

Sonnenwind und Magnetfeld

Sonnenwind / IMF

Sonnenwind-Geschwindigkeit und Ausrichtung der z-Komponente des Interplanetaren Magnetfeldes (IMF) in Erdnähe: Einen für das Auftreten von Polarlicht in mittleren Breiten entscheidenden Faktor stellt das interplanetarische Magnetfeld dar, das Magnetfeld also, das vom Sonnenwind getragen wird. Dessen relative Polung zum Erdmagnetfeld entscheidet, inwieweit geladene Teilchen von der Sonne bis zu uns vordringen können. Nur wenn das IMF südwärts, also dem irdischen Magnetfeld entgegengesetzt ausgerichtet ist, können die Magnetfeldlinien des IMF in die des Erdmagnetfelds einkoppeln (Reconnection). Entlang dieser Feldlinien ist es nun Teilchen des Sonnenwinds möglich, tief in die Erdatmosphäre einzudringen. Als Folge ist Polarlicht bis in unsere Breiten möglich. Während bei einem weit südlich gerichteten IMF auch kleinere Ausbrüche auf der Sonne in unseren Breiten starkes Polarlicht auslösen können, ist bei höhen Sonnenwindgeschwindigkeiten der Orientierungseffekt beider Magnetfelder gegeneinander zu vernachlässigen. In der Grafik ist die Nord-Süd-Komponente des IMF (Bz) gegen die Geschwindigkeit des Sonnenwindes geplottet. Die Zeigerspitze ist zusätzlich je nach Teilchendichte des Sonnenwinds grün, gelb oder rot eingefärbt.

SOHO-Sonnenwinddaten

Sonnenwind

Obige Plots zeigen den Verlauf der für das Auftreten von Polarlichtern in mittleren Breiten wichtigen Parameter Sonnenwind-Geschwindigkeit und Teilchendichte. Besonders das Eintreffen von Schockfronten im Sonnenwind sind hier gut erkennbar, wobei zu bemerken ist, dass SOHO durch seine Position die Schockfront etwa 30..60 Minuten vor ihrem Eintreffen auf der Erde registriert.

[ Nach oben | Übersicht ]

Magnetometer

Last Modification: by Robert Wagner - Direct questions or comments to rw(AT)rwagner(DOT)de.