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Der Sonnenwind ist ein Strom geladener Teilchen, vor allem Elektronen und
Protonen, der von der Sonne ins All strömt. Da der Sonnenwind aus elektrisch geladenen
Teilchen besteht, stellt er ein Plasma dar, das sowohl das Magnetfeld der Sonne als auch das
der Erde verformt. Erreicht dieser Sonnenwind die Erde, dringen die Teilchen nicht zur
Erdoberfläche durch, sondern werden vom Magnetfeld unseres Planeten weitestgehend abgelenkt. Die
symmetrisch verlaufenden Magnetlinien schützen die Erde wie eine Art Faradayscher Käfig
allerdings nicht vollständig: Der Sonnenwind verformt das Erdmagnetfeld derart, dass es auf
der sonnenzugewandten Erdseite zusammengestaucht wird, wohingegen in der Nähe der Pole die
Feldlinien aufbrechen und einen Schweif hinter der Erde bilden. An diesen Stellen
verläuft
das Magnetfeld senkrecht zur Erdoberfläche, und die Teilchen können in die
Atmosphäre
gelangen,
wo sie Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle anregen. Die dabei freiwerdende
Energie wird als Licht bestimmter Wellenlängen abgestrahlt von Sauerstoffatomen
als grünes
und rotes, von Stickstoff als blaues und violettes Licht. Wir sehen dieses Leuchten als
Polarlicht oder Süd- bzw. Nordlicht.
Das Erdmagnetfeld unterliegt beständig Störungen, deren Stärke durch
elektrische Ströme bestimmt wird, die in der oberen Erdatmosphäre und dem angrenzenden All
durch solare Aktivität erzeugt werden, da sich die von diesen Strömen erzeugten Magnetfelder
dem Erdmagnetfeld überlagern. Je höher die Geschwindigkeit des Sonnenwinds bzw. die Dichte
der eintreffenden Teilchen, desto größer sind die Fluktuationen, denen das Erdmagnetfeld
unterworfen wird, und umso stärkere Polarlichter sind zu erwarten. Bei hoher
Aktivität kann
es vorkommen, dass man von Deutschland aus Polarlicht beobachten kann. (mehr
)
| Ein Magnetogramm zeigt den zeitlichen Verlauf
der magnetischen Flußdichte des Erdmagnetfelds am Beobachtungsort:
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Bx:
Veränderung der x-Komponente der magnetischen Flussdichte (Nord-Süd-Achse):
Je kleiner der Wert, desto größer die Polarlichtwahrscheinlichkeit |
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By :
Veränderung der y-Komponente der magnetischen Flussdichte (Ost-West-Achse):
Abends: Je größer der Wert,
desto größer
die Polarlichtwahrscheinlichkeit.
Morgens: Je kleiner der Wert, desto größer die
Polarlichtwahrscheinlichkeit. |
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Bz:
Veränderungen der Vertikalkomponente der magnetischen Flussdichte:
Je größer der Wert, desto größer die Polarlichtwahrscheinlichkeit |
| Quelle: NOAA/NDGC |
Oftmals wird anstelle von Bx und By die
horizontale Intensität BH (quadratische Summe von
Bx und By) sowie die
magnetische Deklination D = arctan (By/Bx) angegeben.
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Während die stärksten Störungen durch solare Aktivität häufig in den horizontalen
Komponenten
des Erdmagnetfelds sichtbar werden, gibt die vertikale Komponente Auskunft über die Lage der
Elektrojets. Diese elektrischen Ströme fliessen um das Polarlichtoval und sind im
wesentlichen für alle magnetischen Störungen verantwortlich, die als Resultat von
Substürmen
auf der Erdoberfläche auftreten. Somit stellen die Veränderungen in der vertikalen
Magnetfeldkomponente ein gutes Maß für die Stärke von lokalen Substürmen dar.
Der K-Wert
beschreibt die maximale Fluktuation der horizontalen Magnetfeldkomponenten ΔBH in
3-Stunden-Intervallen und stellt ein historisch gewachsenes,
quasi-logarithmisches Maß für die Auftrittswahrscheinlichkeit
von Polarlichtern dar.
Er wird aus der Differenz von maximal und minimal erreichtem Magnetfeldwert im jeweiligen 3-Stunden-Intervall berechnet.
Die Zuordnung der K-Werte zu den Magnetfeldänderungen ist dabei vom geographischen
Breitengrad so
abhängig,
dass die jeweiligen K-Werte im Schnitt weltweit gleich häufig auftreten; konkret heisst das,
dass Observatorien in höheren geographischen Breiten grössere Fluktuationen zum Erreichen
der jeweiligen K-Werte zugrunde legen. Somit treten bei
einer gegebenen Störung des Erdmagnetfelds weltweit vergleichbare K-Werte auf. Entsprechend
wird auch ein sogenannter planetarischer Kp-Wert berechnet (Kp-Werte seit 1932).
Um in mittleren Breiten Deutschlands eine Chance auf Polarlichter zu haben, sollte K auf
mindestens 6 ansteigen. Erst ab K=8 ist die Wahrscheinlichkeit wirklich groß.
SAM Haimhausen mißt die Veränderungen der x- sowie der
y-Komponente des Erdmagnetfelds. Da jeweils nur die relativen Veränderungen in Bezug auf den
Messwert um 00:00 UTC betrachtet werden, wird eine Absolutkalibration des Magnetometers
nicht durchgeführt.
Zur Ermittlung des K-Wertes wird folgende Konversionstabelle zugrunde
gelegt:
| K-Wert |
Magnetfeldänderung
ΔBx |
Farbcode |
Magnetfeld |
G-Wert |
| 0 |
kleiner 10 nT |
|
ruhig
| G0
|
| 1 |
kleiner 15 nT |
|
| 2 |
kleiner 25 nT |
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| 3 |
kleiner 50 nT |
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| 4 |
kleiner 70 nT |
|
gestört
|
| 5 |
kleiner 120 nT |
|
G1
|
| 6 |
kleiner 200 nT |
|
Sturm
| G2
|
| 7 |
kleiner 330 nT |
|
G3
|
| 8 |
kleiner 500 nT |
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G4
|
9 |
über 500 nT |
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G5
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